donderdag 6 maart 2008

Steueraffäre: Informant in Todesangst

Artikel vom 27.02.2008 13:14 | KURIER |

Der Datendieb Heinrich Kieber

Die liechtensteiner LGT-Bank nennt erstmals den Namen des Informanten der deutschen Steuerfahnder: Heinrich Kieber.

Fahnder haben nicht nur die Kunden der LGT-Bank im Visier.
Er soll freundlich und unauffällig sein – jener 42-jährige Liechtensteiner, der die Steuer-Affäre in Deutschland ins Rollen brachte: Heinrich Kieber.

Diesen Namen nannte am Sonntag erstmals die liechtensteiner LGT-Bank in einer offiziellen Aussendung. Demnach hat der Mann, der ab Oktober 1999 Mitarbeiter eines IT-Unternehmens war, von April 2001 bis November 2002 bei der LGT Treuhand gearbeitet. Er musste Datenbestände in ein elektronisches Archiv einscannen. Dabei hat er sie offenbar für seine Zwecke kopiert. Laut LGT Treuhand war der Bank zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt, dass gegen Kieber wegen eines Immobiliengeschäfts mit ungedeckten Schecks im Jahr 1996 ein Haftbefehl in Spanien vorlag. Im November 2002 wurde er aus diesem Grund auch von der liechtensteinischen Staatsanwaltschaft angeklagt. Gleichzeitig verließ Kieber die LGT Treuhand und setzte sich ins Ausland ab. Anfang 2003 richtete der spätere Informant der deutschen Steuerfahnder ein Schreiben an Fürst Hans-Adam von Liechtenstein, in dem er um Hilfe für seine juristischen Probleme bat und zwei neue Pässe wollte. Andernfalls würde er die Kundendaten an ausländische Behörden weiter geben. Die Bitte wurde dennoch abgelehnt.

Die LGT Treuhand überredete Kieber darauf hin, nach Liechtenstein zurück zu kehren und sich dem Gericht zu stellen. Die DVD und die Kundendaten wurden im Verlauf des Verfahrens tatsächlich an die Bank übergeben, die Bank zahlte auch den Prozess.
Verurteilt
Kieber wurde wegen schweren Betrugs, gefährlicher Drohung und Nötigung sowie Urkundenunterdrückung zu vier Jahren Haft verurteilt. Wieder wandte er sich an Fürst Hans-Adam. Dieser bestätigte, dass er sich von Kieber nie bedroht gefühlt habe. Das Obergericht revidierte die Strafe auf ein Jahr Freiheitsentzug. Im April 2005 bat er Hans-Adam schriftlich um Begnadigung. Das Gesuch wurde abgelehnt.

Insgesamt 4527 Datensätze übergab Kieber den deutschen Steuerfahndern. Laut LGT-Bank sei dies die Zahl der Begünstigten der Stiftung. Die Daten beträfen 1400 Kunden, 600 davon deutsche.

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