(ar - 14.03.2008)
Die Liechtensteiner Landespolizei fahndet per internationalem Haftbefehl nach dem Mann, der dem BND geheime Steuerdaten verkauft hat. Heinrich Kieber werde verdächtigt, zum Nachteil einer Liechtensteiner Treuhandfirma Kundendaten ausgekundschaftet, sich verschafft und ausländischen Behörden preisgegeben zu haben.
Heinrich Kieber wird am 30. März 1965 in Mauren im nördlichen Liechtenstein geboren. Seine Mutter, eine gebürtige Spanierin, trennt sich ein Jahr nach der Geburt von ihrem Mann. Heinrich und seine beiden älteren Schwestern bleiben bei der Mutter. Als sie wieder anfängt zu arbeiten, beschließt das Jugendamt, dass die Kinder im Heim leben sollen. Er besucht die Volksschule und macht dann eine kaufmännische Ausbildung.
Kieber gilt als Computerspezialist, der Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Katalanisch spricht. Von April 2001 bis November 2002 ist er Angestellter der Liechtensteiner LGT Treuhand im IT-Bereich. Seine Aufgabe ist es, sämtliche Papierdokumente der Firma zu digitalisieren. Darunter befinden sich Verträge, Protokollnotizen und handschriftliche Vermerke mit Namen von Stiftungen und deren wahren Besitzern sowie Kontobewegungen. In der Zeit macht er sich Kopien dieser brisanten Informationen. Im Januar 2003, nachdem Kieber überraschend bei LGT gekündigt hat, erpresst er mit diesen Daten die liechtensteinischen Behörden, Er wird wegen Immobilienbetrugs in Spanien gesucht und verlangt freies Geleit sowie zwei gefälschte Pässe dafür, dass er darauf verzichtet, die gestohlenen Kundendaten an ausländische Behörden und Medien weiterzugeben. Da seine Forderungen nicht erfüllt werden, stellt sich Kieber und bekommt für den Betrug in Spanien eine Bewährungsstrafe. Da die Behörden glauben, dass er alle gestohlenen Daten vollständig und ungenutzt zurückgegeben hat, wird er dafür nicht betraft.
Für diese Daten hat Kieber 4,2 Millionen Euro und eine neue Identität vom Bundesnachrichtendienst (BND) bekommen. Am 14. Februar durchsuchen Staatsanwälte und Steuerfahnder die Privat-Villa von Postchef Klaus Zumwinkel in Köln-Marienburg, da sich sein Name auf den DVDs befindet. Darauf sind auch Informationen enthalten, die auf Organisierte Kriminalität in Russland und auf dem Balkan hinweisen, weshalb der BND Kieber mit einer neuen Identität ausgestattet hat. Neuesten Meldungen zufolge habe Kieber Angst, enttarnt zu werden. Rechtlich stützt sich die Fahndung auf einen Haftbefehl des Fürstlichen Landgerichts vom 29. Februar 2008.
zondag 16 maart 2008
vrijdag 14 maart 2008
Liechtenstein wil arrestatie belastinginformant
WOENSDAG 12 MAART 2008, 16:03
Het gaat om de 42-jarige Heinrich Kieber. Hij heeft de Liechtensteinse nationaliteit en werkte tot november 2002 bij LGT Bank. De politie publiceerde op haar website ook een foto van Kieber. Er loopt in het vorstendom al een strafrechtelijk onderzoek naar Kieber. Het Duitse blad Focus meldde afgelopen weekend dat Kieber na een verblijf in Australië is teruggekeerd naar Europa. Volgens het blad verwijt hij de Duitse geheime dienst zijn identiteit wereldkundig te hebben gemaakt. Hij zou voor zijn leven vrezen. Kieber zou de Duitse autoriteiten tevergeefs om een nieuwe identiteit te hebben gevraagd. Hij wilde in Zuid-Amerika gaan wonen.
Het gaat om de 42-jarige Heinrich Kieber. Hij heeft de Liechtensteinse nationaliteit en werkte tot november 2002 bij LGT Bank. De politie publiceerde op haar website ook een foto van Kieber. Er loopt in het vorstendom al een strafrechtelijk onderzoek naar Kieber. Het Duitse blad Focus meldde afgelopen weekend dat Kieber na een verblijf in Australië is teruggekeerd naar Europa. Volgens het blad verwijt hij de Duitse geheime dienst zijn identiteit wereldkundig te hebben gemaakt. Hij zou voor zijn leven vrezen. Kieber zou de Duitse autoriteiten tevergeefs om een nieuwe identiteit te hebben gevraagd. Hij wilde in Zuid-Amerika gaan wonen.
donderdag 13 maart 2008
Finanzplatz Liechtenstein wird trotz Steueraffäre ausgebaut
12.03.2008
Vaduz jagt Datendieb nun mit Haftbefehl
von Oliver Stock
Das Fürstentum Liechtenstein hat den mutmaßlichen Auslöser der Steueraffäre mit Deutschland öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben. Der 42-jährige Liechtensteiner Heinrich Kieber werde mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Das teilte die Landespolizei in Vaduz mit.
Soll dem BND gestohlene Kundendaten der LGT Treuhand verkauft haben: Heinrich Kieber.
VADUZ. Die Fahndung, die mit einem Foto des Gesuchten versehen ist und im Internet veröffentlicht wurde, stütze sich auf einen Haftbefehl des Fürstlichen Landgerichts von Februar wegen Verdachts auf Auskundschaftung von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen zugunsten des Auslands sowie auf Datendiebstahl. Bei einer Verhaftung im Ausland werde sofort die Auslieferung beantragt. Kieber war in Liechtenstein bereits wegen mehrerer Delikte verurteilt worden.
Der Mann soll dem Bundesnachrichtendienst (BND) gestohlene Kundendaten der LGT Treuhand, einer Tochter der fürstlichen LGT Bank, verkauft und dafür mehrere Millionen Euro kassiert haben. Der Deal brachte die Affäre ins Rollen, deren prominentestes Opfer zunächst Postchef Klaus Zumwinkel wurde, der umgehend zurücktrat. Die LGT Bank, die inzwischen unter dem massiven Abfluss von Kundenvermögen leidet, hat Anzeige gegen den ehemaligen Mitarbeiter erstattet.
Der Mann, der in Liechtenstein bereits wegen des Datendiebstahls verurteilt worden war, soll laut LGT das Material illegal an den BND weitergegeben haben. Dabei sollen Anwaltskanzleien als Zwischenhändler gedient haben. Der mutmaßliche Datendieb war von April 2001 bis November 2002 als externer IT-Fachmann bei der LGT Treuhand tätig.
Zugleich hält Liechtenstein trotz aller Kritik an seinen Plänen fest, den Finanzplatz auszubauen. Das Parlament des kleinen Landes, in dem eine Koalition der beiden größten Parteien etwa 90 Prozent der Stimmen auf sich vereint und die Regierung bildet, stimmte gestern einer Vorlage zu, die unmittelbar vor dem Steuerstreit mit Deutschland von einer internationalen Expertengruppe in rund einjähriger Arbeit entwickelt und veröffentlicht worden war.
Das "Projektteam Futuro" schlägt vor, die "traditionellen Stärken" des Finanzplatzes wie die Vermögensverwaltung für wohlhabende Kunden weiter auszubauen. Der Finanzplatz solle aus "einer Position der Stärke" heraus agieren. Die Experten fordern, ein "einzigartiges rechtliches Umfeld" zu schaffen, das allerdings internationalen Standards entspricht. Eine "systematische Chancenausnutzung im Regelsetzungsprozess" steht ebenfalls auf ihrem Wunschzettel, der von den Parlamentariern gestern diskutiert wurde. Dahinter dürfte sich vor allem der Erhalt der Stiftungsstruktur verbergen, die zwar leicht in Richtung mehr Transparenz verändert werden soll, aber nicht grundsätzlich verbessert wird.
Außerhalb des Parlaments sorgt die sture Haltung des Landes bei Finanzthemen inzwischen für Verärgerung. Pius Baschera, Verwaltungsratspräsident beim Befestigungstechniker Hilti und damit Chef des mit Abstand größten Unternehmen des Landes, sieht die Gefahr, dass auch die Reputation seines Unternehmens leiden könnte. "Der Ruf Liechtensteins kann uns in Mitleidenschaft ziehen", sagte er vergangene Woche in Zürich bei der Vorstellung der Bilanzzahlen des Konzerns. Entsprechende Diskussionen zwischen Unternehmern und Bankiers in Liechtenstein wollte er nicht kommentieren.
Vaduz jagt Datendieb nun mit Haftbefehl
von Oliver Stock
Das Fürstentum Liechtenstein hat den mutmaßlichen Auslöser der Steueraffäre mit Deutschland öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben. Der 42-jährige Liechtensteiner Heinrich Kieber werde mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Das teilte die Landespolizei in Vaduz mit.
Soll dem BND gestohlene Kundendaten der LGT Treuhand verkauft haben: Heinrich Kieber.
VADUZ. Die Fahndung, die mit einem Foto des Gesuchten versehen ist und im Internet veröffentlicht wurde, stütze sich auf einen Haftbefehl des Fürstlichen Landgerichts von Februar wegen Verdachts auf Auskundschaftung von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen zugunsten des Auslands sowie auf Datendiebstahl. Bei einer Verhaftung im Ausland werde sofort die Auslieferung beantragt. Kieber war in Liechtenstein bereits wegen mehrerer Delikte verurteilt worden.
Der Mann soll dem Bundesnachrichtendienst (BND) gestohlene Kundendaten der LGT Treuhand, einer Tochter der fürstlichen LGT Bank, verkauft und dafür mehrere Millionen Euro kassiert haben. Der Deal brachte die Affäre ins Rollen, deren prominentestes Opfer zunächst Postchef Klaus Zumwinkel wurde, der umgehend zurücktrat. Die LGT Bank, die inzwischen unter dem massiven Abfluss von Kundenvermögen leidet, hat Anzeige gegen den ehemaligen Mitarbeiter erstattet.
Der Mann, der in Liechtenstein bereits wegen des Datendiebstahls verurteilt worden war, soll laut LGT das Material illegal an den BND weitergegeben haben. Dabei sollen Anwaltskanzleien als Zwischenhändler gedient haben. Der mutmaßliche Datendieb war von April 2001 bis November 2002 als externer IT-Fachmann bei der LGT Treuhand tätig.
Zugleich hält Liechtenstein trotz aller Kritik an seinen Plänen fest, den Finanzplatz auszubauen. Das Parlament des kleinen Landes, in dem eine Koalition der beiden größten Parteien etwa 90 Prozent der Stimmen auf sich vereint und die Regierung bildet, stimmte gestern einer Vorlage zu, die unmittelbar vor dem Steuerstreit mit Deutschland von einer internationalen Expertengruppe in rund einjähriger Arbeit entwickelt und veröffentlicht worden war.
Das "Projektteam Futuro" schlägt vor, die "traditionellen Stärken" des Finanzplatzes wie die Vermögensverwaltung für wohlhabende Kunden weiter auszubauen. Der Finanzplatz solle aus "einer Position der Stärke" heraus agieren. Die Experten fordern, ein "einzigartiges rechtliches Umfeld" zu schaffen, das allerdings internationalen Standards entspricht. Eine "systematische Chancenausnutzung im Regelsetzungsprozess" steht ebenfalls auf ihrem Wunschzettel, der von den Parlamentariern gestern diskutiert wurde. Dahinter dürfte sich vor allem der Erhalt der Stiftungsstruktur verbergen, die zwar leicht in Richtung mehr Transparenz verändert werden soll, aber nicht grundsätzlich verbessert wird.
Außerhalb des Parlaments sorgt die sture Haltung des Landes bei Finanzthemen inzwischen für Verärgerung. Pius Baschera, Verwaltungsratspräsident beim Befestigungstechniker Hilti und damit Chef des mit Abstand größten Unternehmen des Landes, sieht die Gefahr, dass auch die Reputation seines Unternehmens leiden könnte. "Der Ruf Liechtensteins kann uns in Mitleidenschaft ziehen", sagte er vergangene Woche in Zürich bei der Vorstellung der Bilanzzahlen des Konzerns. Entsprechende Diskussionen zwischen Unternehmern und Bankiers in Liechtenstein wollte er nicht kommentieren.
woensdag 12 maart 2008
„Leben gefährdet“
Steuerfahndung 10.03.08 Aus FOCUS Nr. 11 (2008)
FOCUS Magazin > Archiv > 2008 > Nr. 11 > Wirtschaft LIECHTENSTEIN
BND-Informant Heinrich Kieber ist zurückgekehrt – und stellt neue Forderungen an den Geheimdienst
Von den FOCUS-Korrespondenten Hubert Gude und Kayhan Özgenc, FOCUS-Redakteur Josef Hufelschulte und FOCUS-Redakteurin Tanja Treser
BND-Informant kein Betrüger Eigentlich lief es bisher recht gut für den Datendieb aus Liechtenstein: Der Bundesnachrichtendienst (BND) machte Heinrich Kieber nicht nur zum Millionär – als Gegenleistung für Kontodetails der vermögenden Steuerflüchtlinge bei der Liechtensteiner LGT-Bank. Zusätzlich zu den 4,2 Millionen Euro erhielt der Ex-Bankangestellte von den Geheimen zwei neue Pässe mit Aliasnamen. Alles ganz legal.
Glücklich und zufrieden lebt der Informant trotzdem nicht. Kieber hat sich nach FOCUS-Informationen beim BND zurückgemeldet. Etliche Anrufe und E-Mails des aus Australien nach Europa zurückgekehrten Kieber haben den BND aufgeschreckt. Der Auslandsgeheimdienst, dem es nicht gelang, die wahre Identität Kiebers zu schützen, müht sich, den 42-Jährigen im Zaum zu halten. „Ihr gefährdet mein Leben“, hatte der Informant seinem Agentenführer am Telefon vorgeworfen. Dabei gefährdet sich Kieber mit der Kontaktaufnahme selbst – und bricht zudem alle Regeln der Spionagekaste.
Die Quelle hat Angst und verlangt jetzt „ultimativ“ eine weitere Identität vom BND, um damit eventuell in Südame-rika unterzutauchen. Der Geheimdienst lehnte vorerst ab.
Der erneute Auftritt des Informanten fügt sich zu einem weiteren Kapitel in einem der größten deutschen Steuer-skandale, der unter anderem Post-Chef Klaus Zumwinkel seinen Job kostete. Kaum ein Tag ohne Durchsuchungen der Steuerfahnder oder neue Selbstanzeigen – immerhin 125 bis vergangenen Donnerstag. Viele Steuersünder pokern und zittern aber noch. Dabei könnten auch sie auf jener DVD mit Daten zu mehr als 900 Stiftungen auftauchen, die Kieber bei der LGT entwendet hatte.
Der Fall ist auch in politischer Hinsicht brisant. Die Bundesregierung setzte das Fürstentum massiv unter Druck und forderte schärfere Gesetze gegen Steuerhinterziehung. Erbprinz Alois, amtierendes Staatsoberhaupt des Fürstentums, konterte und warf der Bundesregierung vor, „Hehlerei im großen Stil“ zu betreiben. Schließlich hatte Kieber die Daten gestohlen.
Derzeit bangt die Fürstenfamilie nach FOCUS-Recherchen vor allem um ihr Vermögen in Deutschland. Die LGT unterhält Bankfilialen unter anderem in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Mannheim und München. Der deutsche Staat könnte diese Werte, so die Befürchtung, im Wege der Vermögensabschöpfung beschlagnahmen („arrestieren“).
Als Entlastungsangriff plant das Staatsoberhaupt daher ein weit reichendes Friedensangebot: Liechtenstein will sichbereit erklären, auch die Stiftungseinkünfte von Deutschen zu besteuern – und dieses Geld anonym, aber komplett an den hiesigen Fiskus abzuführen. Insgesamt kalkulieren die Finanzverwalter des Fürstentums mit einem jährlichen Volumen zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro.
Mit der Offerte, so die Hoffnung der international in Bedrängnis geratenen Liechtensteiner, könnten sie das umstrittene Stiftungsmodell retten. Erbprinz Alois will sein Angebot den Deutschen demnächst unterbreiten.
Fürstliches Angebot
Auch für Stiftungen will Liechtenstein künftig Quellensteuer erheben und an Deutschland abführen. In die Kassen des deutschen Fiskus fließen demnach jährlich bis zu 1 Milliarde Euro.
FOCUS Magazin > Archiv > 2008 > Nr. 11 > Wirtschaft LIECHTENSTEIN
BND-Informant Heinrich Kieber ist zurückgekehrt – und stellt neue Forderungen an den Geheimdienst
Von den FOCUS-Korrespondenten Hubert Gude und Kayhan Özgenc, FOCUS-Redakteur Josef Hufelschulte und FOCUS-Redakteurin Tanja Treser
BND-Informant kein Betrüger Eigentlich lief es bisher recht gut für den Datendieb aus Liechtenstein: Der Bundesnachrichtendienst (BND) machte Heinrich Kieber nicht nur zum Millionär – als Gegenleistung für Kontodetails der vermögenden Steuerflüchtlinge bei der Liechtensteiner LGT-Bank. Zusätzlich zu den 4,2 Millionen Euro erhielt der Ex-Bankangestellte von den Geheimen zwei neue Pässe mit Aliasnamen. Alles ganz legal.
Glücklich und zufrieden lebt der Informant trotzdem nicht. Kieber hat sich nach FOCUS-Informationen beim BND zurückgemeldet. Etliche Anrufe und E-Mails des aus Australien nach Europa zurückgekehrten Kieber haben den BND aufgeschreckt. Der Auslandsgeheimdienst, dem es nicht gelang, die wahre Identität Kiebers zu schützen, müht sich, den 42-Jährigen im Zaum zu halten. „Ihr gefährdet mein Leben“, hatte der Informant seinem Agentenführer am Telefon vorgeworfen. Dabei gefährdet sich Kieber mit der Kontaktaufnahme selbst – und bricht zudem alle Regeln der Spionagekaste.
Die Quelle hat Angst und verlangt jetzt „ultimativ“ eine weitere Identität vom BND, um damit eventuell in Südame-rika unterzutauchen. Der Geheimdienst lehnte vorerst ab.
Der erneute Auftritt des Informanten fügt sich zu einem weiteren Kapitel in einem der größten deutschen Steuer-skandale, der unter anderem Post-Chef Klaus Zumwinkel seinen Job kostete. Kaum ein Tag ohne Durchsuchungen der Steuerfahnder oder neue Selbstanzeigen – immerhin 125 bis vergangenen Donnerstag. Viele Steuersünder pokern und zittern aber noch. Dabei könnten auch sie auf jener DVD mit Daten zu mehr als 900 Stiftungen auftauchen, die Kieber bei der LGT entwendet hatte.
Der Fall ist auch in politischer Hinsicht brisant. Die Bundesregierung setzte das Fürstentum massiv unter Druck und forderte schärfere Gesetze gegen Steuerhinterziehung. Erbprinz Alois, amtierendes Staatsoberhaupt des Fürstentums, konterte und warf der Bundesregierung vor, „Hehlerei im großen Stil“ zu betreiben. Schließlich hatte Kieber die Daten gestohlen.
Derzeit bangt die Fürstenfamilie nach FOCUS-Recherchen vor allem um ihr Vermögen in Deutschland. Die LGT unterhält Bankfilialen unter anderem in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Mannheim und München. Der deutsche Staat könnte diese Werte, so die Befürchtung, im Wege der Vermögensabschöpfung beschlagnahmen („arrestieren“).
Als Entlastungsangriff plant das Staatsoberhaupt daher ein weit reichendes Friedensangebot: Liechtenstein will sichbereit erklären, auch die Stiftungseinkünfte von Deutschen zu besteuern – und dieses Geld anonym, aber komplett an den hiesigen Fiskus abzuführen. Insgesamt kalkulieren die Finanzverwalter des Fürstentums mit einem jährlichen Volumen zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro.
Mit der Offerte, so die Hoffnung der international in Bedrängnis geratenen Liechtensteiner, könnten sie das umstrittene Stiftungsmodell retten. Erbprinz Alois will sein Angebot den Deutschen demnächst unterbreiten.
Fürstliches Angebot
Auch für Stiftungen will Liechtenstein künftig Quellensteuer erheben und an Deutschland abführen. In die Kassen des deutschen Fiskus fließen demnach jährlich bis zu 1 Milliarde Euro.
maandag 10 maart 2008
Henry, el 'buchón' de Liechtenstein
04.03.2008
Los estafados intentaron un acuerdo amistoso con Kieber, durante una cita en la Argentina, pero volvió a estafarles. Y la disputa judicial se dirimió en Liechtenstein, y los estafados recuperaron parte del dinero perdido.
Los estafados intentaron un acuerdo amistoso con Kieber, durante una cita en la Argentina, pero volvió a estafarles. Y la disputa judicial se dirimió en Liechtenstein, y los estafados recuperaron parte del dinero perdido.
BND-Informant will neue Identität
08.03.08, 11:38
Der Informant des Bundesnachrichtendienstes in der Liechtensteiner Steueraffäre bangt um sein Leben. Er ist nach FOCUS-Informationen von Australien nach Europa zurückgekehrt und hat Nachforderungen gestellt.
ddp Die Berliner Zentrale des Bundesnachrichtendienstes Heinrich Kieber meldete sich mehrfach per E-mail und am Telefon bei seinem Agentenführer. Er warf dem BND vor: „Ihr gefährdet mein Leben.“ Dem Auslandsgeheimdienst war es nicht gelungen, die Identität des Informanten zu schützen. Kieber verlangte verängstigt eine neue Identität vom BND, um damit eventuell in Südamerika unterzutauchen. Der Geheimdienst lehnte vorerst ab.
Das liechtensteinische Staatsoberhaupt, Erbprinz Alois, will unterdessen der Bundesregierung entgegenkommen. Nach FOCUS-Informationen will Liechtenstein sich bereit erklären, auch Stiftungseinkünfte von Deutschen zu besteuern. Die Steuer soll anonym aber vollständig an den hiesigen Fiskus abgeführt werden. Insgesamt kalkulieren die Finanzverwalter des Fürstentums mit einem jährlichen Überweisungsvolumen zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro. Die Liechtensteiner hegen die Hoffnung, sie könnten mit dieser Offerte das international umstrittene Stiftungsmodell retten.
Zudem hat die Fürstenfamilie laut FOCUS-Recherchen Angst um ihr Vermögen vor allem in Deutschland. Die Bank LGT unterhält unter anderem Filialen in Berlin, Hamburg, Frankfurt und München. Die Liechtensteiner befürchten, der deutsche Staat könnte diese Werte im Wege der Vermögensabschöpfung beschlagnahmen. stj
Der Informant des Bundesnachrichtendienstes in der Liechtensteiner Steueraffäre bangt um sein Leben. Er ist nach FOCUS-Informationen von Australien nach Europa zurückgekehrt und hat Nachforderungen gestellt.
ddp Die Berliner Zentrale des Bundesnachrichtendienstes Heinrich Kieber meldete sich mehrfach per E-mail und am Telefon bei seinem Agentenführer. Er warf dem BND vor: „Ihr gefährdet mein Leben.“ Dem Auslandsgeheimdienst war es nicht gelungen, die Identität des Informanten zu schützen. Kieber verlangte verängstigt eine neue Identität vom BND, um damit eventuell in Südamerika unterzutauchen. Der Geheimdienst lehnte vorerst ab.
Das liechtensteinische Staatsoberhaupt, Erbprinz Alois, will unterdessen der Bundesregierung entgegenkommen. Nach FOCUS-Informationen will Liechtenstein sich bereit erklären, auch Stiftungseinkünfte von Deutschen zu besteuern. Die Steuer soll anonym aber vollständig an den hiesigen Fiskus abgeführt werden. Insgesamt kalkulieren die Finanzverwalter des Fürstentums mit einem jährlichen Überweisungsvolumen zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro. Die Liechtensteiner hegen die Hoffnung, sie könnten mit dieser Offerte das international umstrittene Stiftungsmodell retten.
Zudem hat die Fürstenfamilie laut FOCUS-Recherchen Angst um ihr Vermögen vor allem in Deutschland. Die Bank LGT unterhält unter anderem Filialen in Berlin, Hamburg, Frankfurt und München. Die Liechtensteiner befürchten, der deutsche Staat könnte diese Werte im Wege der Vermögensabschöpfung beschlagnahmen. stj
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